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Wo auf der Welt auch geheiratet wird, Blumenschmuck gehört immer dazu. Eine Hochzeit ohne Blumen ist für die meisten von uns nicht vorstellbar. Braut, Bräutigam und Brautjungfern tragen blumige Accessoires, die Kirche wird geschmückt und der Saal für die Hochzeitsfeier kommt ohne duftende Festdekoration nicht aus. Blumen verwandeln Räume im Handumdrehen, geben kahlen Wänden Leben und machen Tische mit ein wenig Geschick zum Augenschmaus. Auch beim Hochzeitsauto und der standesamtlichen Trauung ist Blumenschmuck obligatorisch und darf in der Kirche noch etwas opulenter ausfallen. Hier werden neben dem Altar auch die einzelnen Sitzreihen und der Eingangsbereich festlich geschmückt. Wer es ganz üppig mag, sorgt sogar für ein Blumenspalier vor der Kirche. Der Festsaal für die anschließende Feier erhält ebenfalls blumige Überraschungen bereit und ist im Gegensatz zu seinem „Alltagsgewand“ oft nicht mehr widerzuerkennen. Damit die Raumdekoration auch bei einer Sommerhochzeit ansehnlich bleibt, sollten die Blumen frühestens einen Tag vor dem großen Fest dekoriert werden und für Vasen genug Wasser bereitstehen.

Der Brautstrauß – romantisches Accessoire voller Herzlichkeit

Auch die Hauptpersonen der Hochzeit wären ohne Blumen nur halb so attraktiv. Die Braut erhält wie die Brautjungfern einen eigenen Strauß, der sich von der übrigen Dekoration abhebt und mit dem Kleid harmonieren muss. Natürlich darf die Einsteckblume beim Bräutigam nicht fehlen. Die Tradition des Brautstraußes ist schon viele Jahrhunderte alt. Im frühen Mittelalter waren Okkultismus und Aberglaube stark verbreitet und der Brautstrauß sollte böse Geister fernhalten. In der Renaissance symbolisierte der Blumenschmuck bereits Reichtum und Status der Familie der Braut und musste möglichst üppig ausfallen. Im Barock und Rokoko war körperliche Reinlichkeit, wie wir sie heute kennen, nicht selbstverständlich. Häufig parfümierten sich die Menschen lieber statt zu baden. Dann hatte der Brautstrauß eine ganz praktische Aufgabe: Er sollte unangenehme Gerüche überdecken und enthielt daher immer stark duftende Kräuter. Heute hat das Blumen-Bouquet der Braut weder religiöse noch mystische Bedeutung. Es ist in erster Linie ein optisches Highlight, das die Anwesenden und die Braut erfreuen soll. Da der Brautstrauß jedoch etwas Außergewöhnliches darstellt, muss er sich von allen anderen Blumen abheben.

Der Blumenkranz – das perfekte Symbol einer innigen Liebe

Lange bevor sich der Brautstrauß etablierte, trugen Bräute romantische Blumenkränze im Haar. Viele moderne Bräute möchten weder auf das Eine noch auf das Andere verzichten und tragen beide Blumenvariationen. Nach wir vor gilt die unausgesprochene Regel, dass der Kranz den Brautstrauß nicht ersetzen kann. Rund um den Blumenschmuck der Braut haben sich zahlreiche Sitten etabliert. Die Gepflogenheit, den Brautstrauß in die anwesende Gästemenge zu werfen, ist vermutlich nicht älter als 200 Jahre. Das „Verschenken“ des Straußes sollte damals wie heute Glück bringen. Dieser Ritus geht auch mit einem Aberglauben einher: Die Frau, die den Strauß auffängt, wird als nächste heiraten. Da viele Bräute ihr Blumenbouquet als Erinnerung behalten möchten, lassen sie eine zweiten, möglichst identischen Strauß anfertigen, den sie in die Menge werfen.

Die Symbolik von Blumen – nicht alle Arten eigen sich für Brautsträuße

Blumen sind Träger unausgesprochener Botschaften, denn jede Sorte und Farbe hat ihre eigene Bedeutung. Schon im Mittelalter schickte ein Mann seiner Angebeteten per Blumen geheime Liebesnachrichten. Daher ist es wichtig, Blumen für den Brautstrauß mit Bedacht zu wählen. Ihre Farbe muss die Wirkung des Brautkleides unterstreichen und darf nicht zu sehr in den Vordergrund treten. Die Amaryllis beispielsweise symbolisiert Stolz und Stärke. Bereits durch ihre Form ist die Lilie elegant, majestätisch und sinnlich. Nicht umsonst hat sie sich neben der Rose als Königin der Blumen durchgesetzt. Lilien kommen in vielen Farbabstufungen vor und riechen neutral. Auch die Hortensie ist ein edles Gewächs und symbolisiert Schönheit, Hochachtung und Bewunderung. Da sie aber auch die Eitelkeit verkörpert, ist sie weniger für den Brautstrauß geeignet, es sei denn, die Braut legt auf Symbolik keinen Wert. Farbabstufungen von Flieder bis Rosé machen die Hortensie zur beliebten Ergänzung der Rose. Wer Orchideen verschenkt, zeigt seiner Angebeteten, dass sie etwas sehr Wertvolles für ihn darstellt. Viel weniger auffällig, aber nicht minder schön ist die Ranunkel, deren kleine Blüten romantisch und verspielt wirken. Sie kommen in fast jedem Brautstrauß vor, da sie für Fülle sorgen. Gerbera gibt es in allen erdenklichen Farben. Die Blume wirkt sonnig, verbreitet gute Laune und ist für den fröhlichen Sommerstrauß ideal. Auch Sonnenblumen können einen Brautstrauß zum Eyecatcher machen, wenn die Blüten nicht zu groß sind und die ergänzenden Blumen erdrücken. Blaue Blumen wirken geheimnisvoll und zugleich romantisch, symbolisieren traditionell die Hoffnung und strahlen Kraft und Lebendigkeit aus. Lavendel ist zwar blau, aber aufgrund seines intensiven Duftes nicht für Brautsträuße geeignet, zudem steht er für Neid und Missgunst. Rote Dahlien versinnbildlichen ebenso wie rote Rosen die Liebe, weiße eher Dankbarkeit. Beide Pflanzen sind im Brautstrauß daher willkommen.

Rote Rosen – tausende Jahre Symbolkraft

Rosen haben in der westlichen Welt eine ähnlich hohe emotionale Aufladung wie Lotusblüten in Südostasien. Eine durch Rosen vermittelte Liebeserklärung versteht jeder. Schon in der Bibel wird die Liebe mit Rosen verknüpft, ihre Dornen mit der Vertreibung aus dem Paradies in Verbindung gebracht. Bis heute hat sich an ihrer Symbolkraft nichts geändert. Wer Blumen als Liebesbeweis verschenken möchte, wählt Rosen. Eine einzelne Rose zeigt die Zuneigung dezent, ein üppiger Strauß ist das Zeichen immer währender Liebe. Rot ist die Farbe der Liebe, der Emotionen und des Herzens, denn wenn das Herz kräftig schlägt, ist es auch stark durchblutet. Nicht von Ungefähr steht die Rose im indischen Tantra für das Herz. Auch in der römischen Antike wurde sie Aphrodite, der Göttin der Liebe, zugeschrieben. Während zartes Rot aufkeimende Gefühle frisch verliebter Paare symbolisiert, versinnbildlicht kräftiges Rot Leidenschaft und sexuelle Anziehungskraft. Je dunkler der Rotton, desto größer die Zuneigung. Als Königin der Blumen ist die Rose vor der Lilie unangefochtene Nummer eins. Es gibt wohl kaum einen Liebesroman, in dem nicht auch rote Rosen eine Handlung symbolträchtig begleiten. Deshalb gibt es keinen Zweifel: Rote Rosen und ihre rosa- und lachsfarbenen Verwandten dürfen einen Brautstrauß immer verschönern. Ist es nicht ihre Farbe, dann auf jeden Fall der zarte Duft, der alle verführt.