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Hochzeitsfeste im Wandel der Zeiten

Geheiratet wurde zu allen Zeiten. Schon im alten Rom gaben sich Eheleute das Jawort – wenn auch unter ganz anderen Vorzeichen. Wie alles in dieser Welt sind auch Hochzeiten Trends unterworfen und verändern sich mit dem Zeitgeist. Doch wie hat sich die Bedeutung des Hochzeitsfestes in den letzten Jahrzehnten verändert? Und welche Präferenzen setzen Brautleute von heute?

Die Liebesheirat – eine Erfindung der Neuzeit

Vom wirtschaftlich motivierten pragmatischen Rechtsvertrag der Römerzeit bis zur Liebesheirat unserer Tage ist es ein weiter Weg. Über Jahrtausende hinweg war die Ehe eine Zweckgemeinschaft, die meist von der Familie oder Sippe arrangiert war. Die Liebesheirat als Vehikel zum persönlichen Glück ist in der Tat eine Entwicklung der neueren Geschichte. Nicht umsonst blicken Hochzeitspaare auf vergilbten Schwarz-Weiß-Fotos oft eher ernst als glücklich drein. Denn Hochzeit hatte damals meist wenig mit Romantik zu tun. Heiraten war nicht damit gleichzusetzen, seinen Traumpartner zu ehelichen. Das begann sich erst langsam mit dem aufkommenden Bürgertum im 18. Jahrhundert zu verändern, als die Epoche der Romantik ihren Anfang nahm. Im 19. Jahrhundert wurde die Ziviltrauung eingeführt, bei der Standesbeamte die Ehe formal besiegelten. Das 20. Jahrhundert läutete endgültig die Ära der Liebesheirat ein.

Das Brautkleid als Spiegelbild der Gesellschaft

Im Mittelalter zeigten Brautkleider in Grün, Rot oder Blau die Zugehörigkeit zu Adel und Bürgertum an. Bauern und Handwerker dagegen schlüpften in ihr schwarzes Sonntagsgewand. Ab dem 16. Jahrhundert setzte das streng katholische spanische Königshaus mit prächtigen schwarzen Roben aus Spitze modische Maßstäbe für den Rest Europas. Wer etwas auf sich hielt, heiratete fortan in Schwarz, das eigentlich für Frömmigkeit stand. Die Heirat ganz in Weiß gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert. Allerdings waren weiße Hochzeitsroben zunächst dem Adel vorbehalten. Auch Kaiserin Sissi trug bei ihrer Hochzeit 1854 ein schneeweißes Hochzeitskleid. Wenig später verbreitete sich der Brauch auf alle Bevölkerungsschichten. Bis heute ist Weiß die Farbe der Braut geblieben – wenn sie auch nicht mehr wie früher Jungfräulichkeit verkörpert.

Die letzte Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte modische Veränderungen anderer Art mit sich. In den Fünfzigern bauschten sich wadenlange Brautkleider über Petticoats und in den Sechzigern rutschte der Rocksaum mit dem Aufkommen des Minirocks über das Knie. Zwei Jahrzehnte später strebten Hochzeitskleider wieder dem Boden zu. Mit Beginn des neuen Millenniums und dem wachsenden Wunsch nach Individualität sind der Brautkleid Mode kaum noch Grenzen gesetzt. Heute heißt es: Erlaubt ist, was Spaß macht. Dementsprechend groß ist die Vielfalt. Vom ausladenden bodenlangen Kleid mit viel Bling-Bling im Prinzessinnenlook bis hin zur edlen schlichten Robe im Audrey-Hepburn-Stil ist alles zu haben. Nicht selten orientiert sich die Auswahl des Brautkleids an Königshäusern und Prominenz. Mit einem Kleid, das dem von Meghan, Diana oder Kim Kardeshian gleicht, geht es gleich viel glamouröser zu.

Kleine Zeitreise in die letzten Jahrzehnte

Werfen wir einen Blick in die Fünfziger Jahre, entbehrten Hochzeitsfeiern naturgemäß jedes Luxus und waren schlicht und bescheiden gehalten. Der Krieg lag schließlich erst ein paar Jahre zurück. An eine Hochzeitsfeier in Saal oder Gaststätte war damals für die meisten Paare nicht zu denken. Gefeiert wurde mit Familie und Freunden zu Hause. Auf den Tisch kam, was es gerade gab – meist Hausmannskost in Form eines kalten Buffets, das die Mütter zuvor in mühevoller Arbeit vorbereitet hatten. Zu fortgeschrittener Stunde rückte man Nierentisch und Sessel beherzt beiseite und das Wohnzimmerparkett wurde zur Tanzfläche. Aus dem Musikschrank mit 10-Plattenwechsler erklangen Schlager von Caterina Valente und Peter Kraus. Die Reduzierung auf das Wesentliche hat der Heiratsfreudigkeit keinen Abbruch getan. Die Fünfziger Jahre markieren bis heute den höchsten Stand bei Eheschließungen.

In Zeiten der freien Liebe der 68er wurde die Ehe als spießig und verpönt gebrandmarkt. Folgerichtig nahmen die Trauungen im darauffolgenden Jahrzehnt kontinuierlich ab. Viele zogen es nach Abschaffung des Straftatbestands der Kuppelei vor, in „wilder Ehe“ zu leben. Bis dahin hatten sich Hausbesitzer beim Vermieten an Unverheiratete der Kuppelei schuldig gemacht. Wer sich zu jener Zeit doch das Jawort gab, tat es eher schlicht vor dem Standesamt. Auch die Hochzeitsfeier fand meist im einfachen und schlichten Rahmen statt. Häufig glichen die Festivitäten eher einer ausgelassenen Party mit fetziger Musik der Flower-Power-Jahre als einer Hochzeitsfeier. Für das leibliche Wohl sorgten Käsespieße, Russische Eier und Häppchen auf Pumpernickel. Absoluter Renner dieser Jahre: der Polterabend. Da wurde am Abend vor der Hochzeit buchstäblich viel Porzellan zerschlagen – schließlich bringen Scherben Glück!

Ende der Achtziger Jahre nahmen Eheschließungen wieder deutlich zu und erreichten mit rekordverdächtigen Zahlen einen neuen Höhepunkt. Vor dem Traualtar gaben sich dauergewellte Bräute mit Vokuhila-Frisur und schnauzbärtige Bräutigame mit Schulterpolstern das Jawort. Die Hochzeitsfeste jener Zeit waren geprägt von Discokugel und farbenfrohem Ambiente – mitunter in schrillen Neonfarben. Die musikalische Untermalung lieferten Neue Deutsche Welle, Dirty Dancing und Hits von Depeche Mode oder Queen. Essensmäßig ging es mit Schnittchen und Häppchen immer noch eher klassisch zu. Auf dem Büffet gaben sich Spargelröllchen, Toast Hawai und Mettigel ein Stelldichein.

Heiraten liegt wieder voll im Trend

Heute, in unsicheren Zeiten, steht die Ehe als Sinnbild des sicheren Hafens schließlich wieder hoch im Kurs. Immerhin geben 76 % aller jungen Frauen und Männer an, dass eine eigene Familie zum Glücklichsein gehöre. Allerdings haben sich die Gründe, warum sich Paare das Jawort geben, geändert. Was bringt Paare heute dazu, ihre Liebesbeziehung mit einer Heirat zu formalisieren?

Mit Globalisierung und digitalen Medien veränderte sich nicht nur die Gesellschaft. Auch die Bedeutung der Hochzeit durchlief einen deutlichen Wandel. Früher markierte die Eheschließung den Übergang zu einem eigenständigen Leben. Man zog direkt vom Elternhaus in die erste gemeinsame Wohnung und gründete einen eigenen Hausstand. Heute ist die Hochzeit eher ein Bestätigungsritual der bereits bestehenden Partnerschaft. Die Eheschließung hat eher Symbolcharakter und zeigt, dass man zusammengehört – nach innen und nach außen.

Ein Unterschied zu früher: Meist liegt bei der Hochzeit bereits ein Stück gemeinsamer Lebensweg hinter dem Paar. Die Heiratswilligen teilen sich oft seit geraumer Zeit Tisch und Bett in der gemeinsamen Wohnung. Nicht selten sind schon vor der Hochzeit Kinder aus der Partnerschaft hervorgegangen. Das hat auch damit zu tun, dass Paare immer später ja zueinander sagen. Lag das Durchschnittsalter der heiratswilligen Frauen 1975 noch bei 22 Jahren, hat die Mehrzahl heute beim Jawort bereits die 30 überschritten.

Hochzeitsfeier als spektakuläres Event

Wer heute heiratet, tut dies meist im großen Rahmen. Immerhin entscheiden sich weit über die Hälfte aller Paare für eine Hochzeit im großen Stil. Das ist mit enormem finanziellem Aufwand verbunden. Noch nie haben Paare mehr für die Formalisierung ihrer Liebe ausgegeben. Heiratswillige scheuen sich nicht, große Summen für ihre Traumhochzeit in die Hand zu nehmen. Budgets von 10.000 – 30.000 Euro sind heute keine Seltenheit mehr. Zur Not wird ein Bankkredit in Anspruch genommen, um den Etat aufzupolstern.

Bei der Ausrichtung der Hochzeitsfeier ist ein deutlicher Trend zur Inszenierung und Theatralisierung zu beobachten – Superlative sind dabei durchaus erwünscht. Erwartet wird nicht weniger als ein Gesamtkunstwerk, das allen Hochzeitsgästen ein Wow entlockt. In Zeiten, wo Individualität und Perfektion über alles geht, muss auch das Hochzeitsfest dieser Maxime Rechnung tragen. Nicht umsonst beschäftigt die Organisation solcher Hochzeitsfeste inzwischen eine ganze Hochzeitsindustrie. Heute legen Hochzeitspaare Aufgaben, die früher von Freunden und Familie übernommen wurden, vermehrt in professionelle Hände.

Mit dem Weddingplaner zur perfekten Traumhochzeit

Es ist nicht die erste Welle, die über den großen Teich zu uns herüberschwappt. Diesmal hat uns Amerika mit der hierzulande noch recht neuen Zunft der „Weddingplaner“ gesegnet. Sie sorgen dafür, dass ein Hochzeitsfest bei Gästen und Brautleuten bleibenden Eindruck hinterlässt. Nichts bleibt dabei dem Zufall überlassen – alles ist bis ins letzte Detail durchgeplant. Schließlich muss alles perfekt sein. Hochzeitsplaner sind nicht nur Ideengeber, sie tragen auch Sorge, dass die sorgfältig ausgearbeitete Dramaturgie keinen Schiffbruch erleidet.

Hochzeit als mediales Ereignis

Welche Ausmaße der Hochzeitshype angenommen hat, mag man an Gameshow-Formaten wie „Zwischen Tüll & Tränen“ oder „Vier Hochzeiten und eine Traumreise“ ablesen. Dort können die Zuschauer den tränenreichen und nervenaufreibenden Prozess der Brautkleid Auswahl verfolgen oder dürfen zusehen, wie sich Bräute medienwirksam inszeniert um die schönste Hochzeit battlen. In der Tat scheint es mehr und mehr darum zu gehen, andere Hochzeiten in den Schatten zu stellen. Kein Wunder – auch Hochzeitsfeste können sich dem gesellschaftlich verordneten Optimierungszwang nicht entziehen und müssen immer noch einen draufsetzen.

Spektakuläre Unterhaltungselemente sind ein Muss

Ohne Unterhaltungseinlagen, die die Gäste bespaßen, geht heutzutage gar nichts. Hochzeitsfeste werden mehr und mehr zum Mega-Event mit Showcharakter. Viele Hochzeitspaare lassen sich bei der Planung des großen Tags von amerikanischen Filmen inspirieren – Hollywood lässt grüßen. Immer wieder beliebt: die Feuershow, bei der schweißglänzende muskelbepackte Männer eindrucksvoll und virtuos mit Fackeln wirbeln. Fast schon obligatorisch das Feuerwerk, das ein Highlight jeden Hochzeitsfestes markiert – je spektakulärer desto besser. Natürlich alles von professionellen Pyrotechnikern erdacht und computergesteuert in Szene gesetzt – wenn möglich mit passender Musikuntermalung. Aber auch im Festsaal selbst geht einiges – ob es eine sich zu orientalischen Klängen wiegende Bauchtänzerin oder die brasilianische Sambagruppe ist. Es darf auch ein Zauberer sein, der nach Copperfieldmanier zum Erstaunen der Zuschauer Gegenstände verschwinden oder auftauchen lässt. Zum Tanz spielt natürlich eine Liveband auf.

Kirchliche oder doch freie Trauung?

Wer glaubt, kirchliche Trauung sei out, sieht sich getäuscht. Die Eheschließung in der Kirche ist für 52 % aller Paare weiterhin das Non-Plus-Ultra. Nicht alle, die vor dem Traualtar ja zueinander sagen, sind freilich auch gläubig. Doch scheint die Kirche noch immer die feierlichste und ergreifendste Kulisse zu bieten, um in das gemeinsame Eheglück zu starten. Nicht selten werden auch bereits vorhandene Kinder in die Trauungszeremonie einbezogen und erhalten als Zeichen der Verbundenheit ebenfalls einen Ring. Wobei wir bei den Emotionen wären, die solch eine Trauung nun mal hervorruft. Während es im 19. Jahrhundert noch galt, bei der Hochzeitszeremonie Contenance zu bewahren, zeigen Hochzeitspaare heute offen ihre Gefühle. Da dürfen selbst auf Männerwangen Tränen rollen und Männerstimmen vor Rührung versagen. Was die Zeremonie angeht, hat sich die Kirche inzwischen weitgehend geöffnet und sich dem Wunsch nach mehr Individualität angepasst. Musikalische Untermalung mit Livemusik ist in der Kirche immer häufiger zu hören. Ob beim Einzug der Braut ein deutscher Liebessong mit Gitarrenbegleitung vorgetragen wird oder nach amerikanischem Vorbild Gospel erklingt, liegt ganz beim Brautpaar.

Doch auch Trauungen jenseits aller vorgegebenen Regeln sind mehr und mehr im Kommen. Rund 27 % der Paare entscheiden sich für eine freie Trauung. Kein Wunder – bietet die Zeremonie doch mit Abstand die größte Gestaltungsfreiheit und ist bestens geeignet, persönliche Vorstellungen einzubringen. Bei der Wahl der Location und der Ausgestaltung der Zeremonie sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Besonders beliebt: Trauungen unter freiem Himmel – sei es im Park oder am romantischen Seeufer. Auch geschichtsträchtige Gemäuer als Kulisse des Liebesschwurs werden immer beliebter.

Das Hochzeitsgefährt ist ein wichtiges Element in der Hochzeitsdramaturgie. An die Stelle der traditionellen Pferdekutsche tritt häufig ein geleaster Oldtimer oder eine Stretchlimousine. Ab und an darf es auch mal der Beiwagen eines Motorrads oder der Rücken eines Pferdes sein.

Die Location – je außergewöhnlicher, desto besser

Die Auswahl der passenden Location für die Hochzeitsfeier ist das A & O. Möglichst ausgefallen und pompös sollte sie sein und wenn möglich, einen Hauch Extravaganz und Luxus versprühen. Kein Wunder also, dass Schloss und Burg bei Paaren hoch im Kurs stehen. Solch eine Kulisse ist perfekt, um einen lang gehegten Traum vieler Frauen zu erfüllen – für einen Tag Prinzessin zu sein. Keine Frage, dass die Ausstattung des Saals und die Dekoration der Tische in Farbe und Stil perfekt aufeinander abgestimmt sind. Die Tischdekoration geht von edel schlicht mit Silberleuchter bis hin zu detailverliebtem Zierrat, der das Motto der Hochzeit aufnimmt. Ein Muss: persönliche Tischkarten und kleine Geschenke für die Gäste. Die Give aways erinnern an den unvergesslichen Tag, an dem die Hochzeitsgäste teilhaben durften. Bei Gothic-Hochzeiten kann die Auswahl der Location schon mal speziell sein. Hier geben dunkle Gewölbe und totenkopfgeschmückte Tische den Ton an – die Braut kommt natürlich in Schwarz daher.

Das Hochzeitsessen muss heute möglichst vielseitig und ausgefallen sein. Voll im Trend liegen hochwertige Menüs mit drei bis fünf Gängen, die von renommierten Köchen zubereitet sind. Aber auch Live-Cooking mit verschiedenen Grillstationen ist im Kommen.

Spielt Tradition noch eine Rolle?

Auch Hochzeiten im digitalisierten Zeitalter entbehren keineswegs traditioneller Elemente. Wie eine Hochzeit abläuft, hat auch mit dem kulturellen Hintergrund der Paare zu tun. Brautleute, bei denen ein Partner aus einem anderen Kulturkreis stammt, legen erfahrungsgemäß mehr Wert auf einen traditionellen Ablauf. Doch althergebrachte Hochzeitsbräuche spielen nicht nur bei Paaren mit Migrationshintergrund eine Rolle. Fast bei jeder Hochzeit sind einige tradierte Elemente zu finden – vom Brautstraußwerfen über den Brautschuhklau bis zur Brautentführung. Ebenso sind die sattsam bekannten Luftballons und flatternde weiße Tauben nicht totzukriegen.

Das gilt auch für die obligatorischen Spiele, die mal mehr und mal weniger lustig sind und meist auf ein geteiltes Echo stoßen. Kein Wunder – überschreiten sie doch mitunter die Grenze zur Peinlichkeit. Dazu gehören in überschäumender Feierlaune entblößte Männeroberkörper, deren Anblick man sich besser erspart hätte. Auch aus dem Bauchnabel geschlürfter Champagner ist nicht jedermanns Sache. Das oft gesehene Übereinstimmungsspiel, bei der die Brautleute als Antwort auf Fragen High Heel oder Herrenschuh in die Höhe recken, wird weiterhin gerne zelebriert.

Keine Hochzeitsfeier ohne Hochzeitstorte! So individuell sie auch gestaltet sein mögen – eines haben alle Weddingcakes gemeinsam. Sie werden, untermalt von dramatischer Musik, inszeniert wie im Traumschiff mit sprühenden Fontänen hereingerollt. Da wachsen reich verzierte vielstöckige Gebilde in den Himmel, auf denen sich Blumen und Figürchen aus Zuckerwerk tummeln. Der neueste Trend aus Amerika: Die sogenannten Naked Cakes, die ganz ohne Zuckerguss und verkleidendes Beiwerk auskommen und bereitwillig ihr leckeres Inneres präsentieren. Immer beliebter auch in mehreren Etagen angeordnete Cupcakes, die die traditionelle Hochzeitstorte ersetzen. Hier fällt natürlich das obligatorische Anschneiden der Torte mit dem entsprechenden Gerangel um die Oberhand weg.

Große Hochzeit – großartige Bilder

Natürlich überlassen wir heutzutage das Dokumentieren der Festlichkeit nicht mehr dem Zufall. Vorbei die Zeiten, als Erinnerungen an die Hochzeitfeier aus verwackelten Fotos bestanden, die Tante Klara mit viel Engagement auf Polaroidfilm gebannt hatte. Das gute alte Fotoalbum war gestern. Heute beschränkt sich die Aufgabe des Hochzeitsfotografen nicht mehr auf das Porträtieren der frisch Vermählten. Non-Plus-Ultra sind derzeit professionelle Videos – Drohnenaufnahmen inklusive –, die das gesamte Geschehen festhalten. Kameraleute begleiten das Paar vom Anlegen der Hochzeitsrobe über das Jawort bis in die (bier-) selige Erschöpfung früher Morgenstunden. Heraus kommt eine perfekte Zusammenschau der Highlights, die noch nach Jahren zu Tränen rühren.

Trends never stop

Auch bei der Hochzeit scheint der Umweltgedanke inzwischen angekommen. Neuester Trend: Green Wedding. Hier vermählen sich die Heiratswilligen ökologisch korrekt, sprich alle Komponenten der Dekoration und Ausstattung sind recycelbar und aus umweltfreundlichem Material.

Wie nicht anders zu erwarten, hinterlassen Hochzeiten inzwischen auch im Netz deutliche Spuren. Viele Brautleute richten einen Hashtag ein, unter dem Gäste persönliche Impressionen austauschen können. Natürlich sind alle anwesenden Gäste mit Smartphone & Co bewaffnet. Getreu dem Motto: „Ich fotografiere – also bin ich“ halten sie die Ereignisse aus ihrer Sicht fest. Das Ergebnis solcher Fabulierlust hat man dann allerdings nicht mehr in der Hand. Nicht selten sehen sich Brautpaare auf Facebook mit weniger schönen Kommentaren konfrontiert – Shit happens! Man darf gespannt sein, was sich in der Zukunft noch so alles tun wird. Wer weiß? Vielleicht verfolgen wir den großen Tag bald im Livestream – ganz bequem vom Sofa aus.