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Wir alle leben in einer digitalen Welt, die immer undurchsichtiger wird. Natürlich ist es toll, online einzukaufen, Preise zu vergleichen und neue Produkte zu entdecken. Aber Shoppen bei großen, anonymen Ketten wird für viele Menschen immer unbefriedigender. Denn dadurch, dass Einkaufen immer unpersönlicher wird, wissen wir immer weniger, woher Produkte kommen, ob Unternehmen nachhaltig wirtschaften, wie sie ihre Mitarbeiter behandeln und vieles mehr. Noch weniger wissen wir, wohin das Geld fließt, das wir beim Einkaufen ausgeben und wer eigentlich etwas davon hat. Immer mehr Menschen besinnen sich daher wieder darauf, vor der eigenen Haustür einzukaufen. Denn regional, am liebsten sogar direkt beim Erzeuger einzukaufen, heißt nicht nur, dass wir tolle Produkte bekommen, die »nach Heimat« schmecken, sondern noch ganz andere Dinge, die ganz einfach glücklich machen!

Das Konsumverhalten der Menschen hat sich innerhalb der letzten fünfzig Jahre drastisch gewandelt. So, wie man eine heranrollende Welle am Strand beobachten kann, konnte man beobachten, wie eine Einkaufswelle heranrollt. Bis in die Sechzigerjahre hatte ein Einkauf nur einen einzigen Zweck: Er sollte einen Bedarf befriedigen. Ob es um Kartoffeln ging oder um eine Waschmaschine (die damals ja noch fürs Leben angeschafft wurde), gekauft wurde nur, was nötig war. Weggeworfen wurden Dinge nur, wenn es gar nicht mehr anders ging. Dann wandelte sich das Konsumverhalten und wir fingen an, neue Dinge anzuschaffen, weil wir konnten. Und weil die Hersteller natürlich ein starkes Eigeninteresse daran hatten, uns zu immer neuen Käufen zu animieren. Die Farben änderten sich, die Formen wurden immer schneller abgewandelt und plötzlich sah ein Möbelstück, das wir »erst« vor zehn Jahren gekauft hatten, so alt aus, dass es Zeit wurde für eine Neuanschaffung. Und dieses Rad drehte sich immer schneller. Neu und billig war lange die Devise, denn wir fingen an, Dinge zu kaufen, um sie wieder wegzuwerfen. War die Farbe nicht mehr im Trend, musste etwas Neues her.

Auch bei der Ernährung haben wir uns keinen Gefallen getan. Praktisch und schnell sollte Essen sein und von Flensburg bis München bekamen alle Kinder dasselbe Spaghetti-Gericht vorgesetzt. Dadurch ist vieles verloren gegangen. Der Charme regionaler Spezialitäten zum Beispiel oder der Einkauf beim Dorfkrämer, bei dem man nicht nur Lebensmittel bekam, sondern auch die neusten Geschichten aus dem Ort. Aber wer zum Discounter im Industriegebiet fährt, erfährt über den Kampf der Bauern gegen Dumpingpreise nur aus dem Fernsehen. Die Wurzel zur eigenen Region geht verloren, wenn wir uns von Nahrungsmitteln aus anonymer Massenproduktion ernähren, der Charme von Land und Leuten bleibt uns verborgen, wenn wir online Produkte bestellen, von denen wir nicht wissen, ob sie in Billiglohnländern unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wurden. Immer mehr Menschen stellen fest, dass schnell-billig-anonym gar nicht ihre eigentlichen Wünsche erfüllt. Denn regionale Produkte stehen für das, was wir lieben: für die Menschen und die Natur direkt vor der eigenen Haustür!

Die umwerfenden Vorteile regionaler Produkte aus dem Odenwald

Regional einzukaufen bietet ein vollkommen anderes Lebensgefühl als der Klick am Computer. Denn Produkte aus der eigenen Heimat zu kaufen, ist nicht nur gut für das ökologische und ökonomische Gewissen, es macht vor allem viel mehr Spaß! Ganz besonders im Bereich der regionalen und saisonalen Lebensmittel merken Sie den Unterschied sofort. Es geht ja nicht nur darum, dass Obst und Gemüse aus der heimischen Region eine viel bessere Ökobilanz haben als Kiwis und Bananen, die mit Flugzeugen erst einmal um den Globus reisen müssen. Exotenfrüchten aus fernen Ländern fehlt auch die Zeit, um in Ruhe zu reifen! Bananen sind quietschgrün, wenn sie geerntet und verladen werden! Wie viel Sonne, Wärme und Licht bekommen sie wohl in Frachträumen und Containern, um nachzureifen und Aroma zu entwickeln? Natürlich sind Bananen trotzdem noch lecker und ersetzen für viele Menschen auch Süßigkeiten, niemand muss sie direkt vom Speiseplan streichen.

Aber der »Spritverbrauch« solcher »Weltfrüchte« ist enorm. Und kennen Sie den Erzeuger? Wissen Sie, wie die Banane angebaut wurde? Wurde dafür etwa Regenwald abgeholzt? Können die Menschen, die auf den Plantagen arbeiten, überhaupt von ihrem Lohn leben? Welche Gifte wurden wohl eingesetzt? Denkt man über all diese Fragen nach, möchte man so »anonymes« Obst nur noch mit spitzen Fingern in den Einkaufswagen legen – oder am besten gar nicht. Vollkommen anders fühlt es sich an, in der Region einzukaufen, am liebsten gleich beim Direktvermarkter.

Allein schon zu einem Hofladen aufzubrechen, macht Spaß. Ob mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem Auto oder einfach mit dem Bollerwagen, der Weg durch die Region fühlt sich schon an wie ein kleiner Ausflug. Gerade der Odenwald mit seinen sagenumwobenen, tiefen Tälern und dem Blick auf die grünen Flächen von den Anhöhen aus, lädt zu jeder Jahreszeit zu einer kleinen Wanderung ein. Selbst dann, wenn es nur zum nächsten Bauern geht, der einen Hofladen betreibt oder zu einem der zahlreichen Erzeuger, die mit viel Liebe regionale Spezialitäten herstellen. Und alle Produkte, die es auf solchen Touren zu entdecken gibt, haben unschlagbare Vorteile:

  • Wenn Sie gern traditionelle Rezepte ausprobieren, brauchen Sie auch regionale Produkte! Der Grünkern zum Beispiel ist eng mit der Odenwälder Küche verbunden. Wieso also sollten Sie Grünkern mit langen Transportwegen verwenden, wenn Sie ihn vor der Haustür bekommen?
  • Regional verkaufte Produkte werden dann geerntet, wenn sie ausgereift sind, nicht früher!
  • Die extrem kurzen Transportwege sind nicht nur ausgesprochen umweltfreundlich, sie sorgen auch dafür, dass die Produkte knackfrisch beim Verbraucher ankommen! So bleiben alle Nährstoffe erhalten!
  • In der Region einzukaufen ist ein aktiver Weg, die Menschen vor Ort zu unterstützen. Fairer Handel fängt vor der Haustür an!
  • Regionale Erzeuger und Direktvermarkter bieten Transparenz und beantworten jederzeit gerne Fragen über die Produktion! Und wer durch malerische Felder und Streuobstwiesen auf den Hof eines Erzeugers zufährt, der kann sich sofort davon überzeugen, wo die Äpfel wachsen, die später zu köstlichem Apfelwein werden!
  • Die Menschen hinter den Produkten kennenzulernen, ist spannend und macht Spaß. Es hat so ein »Die Sendung mit der Maus«-Feeling, wenn Sie sich einfach mal umsehen dürfen, Fragen über die einzelnen Produkte stellen und Proben kosten dürfen!
  • Kein Thema für Veganer, aber Fleisch aus eigener Schlachtung bedeutet für die Tiere, dass ihnen quälend lange Wege auf der Autobahn zum Schlachthof erspart bleiben. Das bedeutet, dass sie vor der Schlachtung keine Stresshormone ausschütten, das Fleisch bleibt also zarter und schmackhafter!

Ein Besuch beim heimischen Erzeuger hat also eben genau diesen Charakter: Es ist eher ein Besuch, als ein Einkauf. Sie können sich alles ansehen, erfahren, wie Ihre Nahrungsmittel hergestellt werden und Sie lernen Menschen aus Ihrer Region kennen, die dieselbe Leidenschaft haben wie Sie: Gutes Essen, Entschleunigung, Genuss und Entspannung. Bei einem Austausch über das Leben im Odenwald können Sie richtig spüren, wie Sie Wurzeln schlagen. Und regionale Erzeuger sind Fachleute darin, Ihnen Tipps und Tricks zu verraten, wie Sie die saisonalen Produkte verwerten können! Wenn Sie Obst und Gemüse nach der Saison kaufen, bekommen Sie bei vielen regionalen Anbietern gleich noch die richtigen Kochrezepte dazu. So können Sie köstliche, traditionelle Gericht ausprobieren, die einfach nach Heimat schmecken!

Erzeuger aus dem Odenwald tatkräftig unterstützen und genießen!

Wer den Odenwald kennt, weiß natürlich, dass es in der ganzen Region summt und brummt. Die Landwirtschaft und das Handwerk sind fest mit dem ganzen Landstrich verwoben und haben eine lange Tradition, die zum Glück heute wieder aufblüht. Obst und Gemüse direkt vom Hof, Fleisch aus eigener Schlachtung, frische Forellen und aromatisches Wild – es gibt viele Genüsse zu entdecken, von denen wir Ihnen einige näher vorstellen wollen!

Köstliche Brände und Liköre von der Streuobstwiese

Trinken Sie gern hin und wieder einen richtig guten Tropfen? Dann sind Sie ja im Odenwald genau richtig! Denn hier gibt es Obstbrände, die Sie sonst nirgendwo so genießen können! Die Familie Germann Hennrich zum Beispiel betreibt auf ihrem Assulzer Hof eine Spezialitätenbrennerei und veranstaltet auch Führungen für Interessierte. Wie sieht es in Keller und Gärraum der Brennerei aus, welche Früchte werden verwendet und welches kunstvolle Handwerk erfordert die Brennerei? Selbstverständlich können Sie bei einer ordentlichen Vesper die hausgemachten Spezialitäten auch erwerben und den Brenner mit Ihren Fragen löchern – alle Mysterien seiner Kunst wird er aber kaum verraten! Wenn Sie edle Brände und Liköre direkt beim Erzeuger kaufen, stärken Sie damit übrigens nicht nur die Region, sondern leisten auch einen wertvollen Beitrag zur lebendigen Kulturlandschaft Odenwald. Denn die Rohstoffe der Brennereien vor Ort kommen direkt von den Streuobstwiesen, die malerisch rund um die Höfe liegen. Streuobstwiesen sind ein wertvoller Aspekt des aktiven Umweltschutzes, denn so bleiben alte Obstsorten erhalten, die mit ihrem einzigartigen Charakter dem weltweit angebauten Plantagenobst weit überlegen sind. Es muss nicht immer ein Golden Delicious sein! Auch eine Führung über die wunderschönen Streuobstwiesen können Sie bei einigen Erzeugern erleben und dabei viel über die verschiedenen Sorten und ihren Wert für die traditionelle regionale Küche erfahren!

Fangfrische Forellen – ein Klassiker der Odenwälder Küche!

Frische oder geräucherte Forellen – einfach köstlich! Aber haben Sie Zeit und Muße, sich mit der Angel an den Bach zu stellen, wenn Sie Lust auf ein traditionelles Gericht mit Forelle bekommen? Hier sind heimische Direktvermarkter wie die Familie Schneider in Elztal-Dallau für Sie da, denn auf dem alteingesessenen Hof bekommen Sie Forellen aus eigener Zucht. Ursprünglich begonnen hat die Familie mit der Forellenzucht zur reinen Selbstversorgung, denn die eigenen Quellen am Hof machten es möglich, den Speiseplan mit köstlich zarten Forellen zu erweitern. Heute sind solche traditionsbewussten »Forellenbauern« im Odenwald mehr als ein Geheimtipp, denn Endverbraucher und Gastronomen gleichermaßen schätzen die Qualität aus der Region. Die Nachfrage nach Lachsforellen und Regenbogenforellen aus eigener Zucht war so groß, dass die Familie Schneider längst auch auf vielen Wochenmärkten von Mosbach bis Heidelberg vertreten ist. Am schönsten ist aber immer noch ein Besuch auf dem Hof selbst, denn von Mai bis September werden an Sonn- und Feiertagen in der Gartenwirtschaft bodenständige und köstliche Gerichte serviert. Hier können Sie direkt an den naturbelassenen, mit Quellwasser gespeisten Teichen sitzen und einfach nur genießen! Schöner und nachhaltiger als bei Familienbetrieben im Odenwald kann man regionale Küche gar nicht genießen!

Alles rund saisonales Obst – Hofläden wie Gätschenberger bereichern die Region

Die Gätschenberger GmbH & Co. KG in Billigheim betreibt einen umwerfend schönen Hofladen mit Produkten aus der Region, in dem Sie sofort Wurzeln schlagen möchten. Nicht nur, weil Sie sich dort mit dem Odenwald so verbunden fühlen, sondern ganz praktisch – weil es da so viel zu entdecken gibt, dass Sie gern länger bleiben und sich beim Einkauf Zeit lassen! Neben vielen bekannten Apfelsorten gibt es auch immer andere Obstsorten nach der Saison, wie süße Kirschen, knackige Birnen und aromatische Zwetschgen. Die Familie Gätschenberger führt aber wie viele Hofläden nicht nur Produkte aus eigener Erzeugung, sondern stärkt auch direkt den regionalen Handel mit einer Auswahl liebevoll hergestellter Produkte aus der Neckar-Odenwald-Region. Neben den allgegenwärtigen Äpfeln, die im Laden auch als Apfelchips, Apfelsäfte oder in Trockenobstmischungen wieder auftauchen, finden Sie einzigartigen aromatischen Honig aus dem Odenwald, hausgemachte Wurst oder Nudeln, Müsli, Backmischungen für Apfelbrot, Kartoffeln und noch vieles mehr. Und natürlich ist der für die traditionelle Küche unverzichtbare Grünkern in verschiedenen Ausführungen erhältlich!

Viele Hofläden im Odenwald bieten so ein buntes Sortiment und beweisen damit, dass regionale Produkte eine unvergleichliche Vielfalt ermöglichen. Sie sehe also, dass regionale Produkte noch viel mehr zu bieten haben als ein gutes »grünes« Gewissen. Denn die Geschichten rund um Produkte aus der Region kennenzulernen, die Menschen zu treffen, die für eine gesunde und köstliche Ernährung vor Ort sorgen, macht Spaß und ist einfach spannend.